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+ 28.02.11 + BMU-Studie blamiert Energiekonzept der Regierung

Erneuerbare Energien

BMU-Studie blamiert Energiekonzept der Regierung

Das Energiekonzept der Bundesregierung und die Einschätzungen der Experten aus dem Bundesumweltministerium (BMU) zum Ausbau der erneuerbaren Energien liegen offenbar so weit auseinander, dass die folgenden Ergebnisse unter den Teppich gekehrt werden sollten.

“Peinlich ist es, wenn eine selbst bezahlte Studie die Ziele des eigenen Hauses infrage stellt. Noch unangenehmer wird es, wenn es nicht gelingt, das brisante Dokument in der Schublade verschwinden zu lassen“, kommentiert die Frankfurter Rundschau und bezieht sich auf die neuste Auflage der „Leitstudie zu Erneuerbaren Energien“ des Umweltministeriums.

Die Leitstudie wird seit 2004 jährlich erstellt und dann normalerweise veröffentlicht. Die Ausgabe für 2010 wurde zwar erstellt, aber nicht veröffentlicht. Das fanden die Grünen komisch und fragten nach; wurden aber mit dem Hinweis abgewiesen, dass die „Veröffentlichung von Zwischenergebnissen nicht sinnvoll erscheint“, wie es in der Antwort auf die Anfrage heißt.

Nicht sinnvoll oder politisch nicht gewollt? Jedenfalls sieht die Bundesregierung beispielsweise beim Ausbau der Photovoltaik nach 2020 kaum noch Potenzial. Ebenso pessimistisch ist die Einschätzung zur Windenergie, die auf dem Festland erzeugt wird.

Die Forscher, die für das Bundesumweltministerium arbeiten, sehen das ganz anders. Sowohl bei Sonnenstrom als auch bei den Windrädern auf dem Land könne man noch enormes Potenzial erschließen.

Echter Zündstoff auch bei der strategischen Ausrichtung der Energiepolitik. Während die Bundesregierung beispielsweise die Laufzeiten der Atomkraftwerke verlängern will, werden gleichzeitig neue Kohlekraftwerke geplant und gebaut.

Die BMU-Forscher sagen hingegen. Die Laufzeitverlängerung für die Atommeiler müsse eine Stilllegung der fossilen Kraftwerke bedeuten. Da aber die Atommeiler mutmaßlich länger am Netz bleiben und weitere fossile Kraftwerke hinzukommen, steige der Druck, den Ökostrom-Ausbau zu dämpfen.

Damit ist die Liste der Unstimmigkeiten jedoch noch nicht am Ende.

  • Die BMU-Forscher bestreiten beispielsweise, dass die von der Regierung prognostizierten Stromsparpotenziale gehoben werden könnten. Allein die massive Ausbreitung der Elektromobilität werde das verhindern.
  • Der Entsorgung des Klimakillers Kohlendioxid durch so genannte CO2-Endlager, also dem Versenken des Treibhausgases im Boden, rechnen die BMU-Forscher kaum Potenziale zu, da die Technologie schlicht zu spät komme.

Um in Zukunft weitere Unstimmigkeiten in den eigenen Reihen zu vermeiden, wird die Leitstudie aus dem BMU nach 2011 nicht mehr durchgeführt.

Quelle:independence.wirsol.de

 
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