In Deutschland drehten sich Ende 2009 21.315 Windräder. Ihre
Kapazität war rund ein Fünftel größer als die der Atomkraftwerke. Die
erzeugten dennoch mehr Strom.
Ist von erneuerbaren Energien die Rede,
denken viele Menschen zuerst an Windräder. 21.315 davon drehten sich
Ende 2009 in Deutschland. Die installierte Kapazität von 26.387 Megawatt
war rund ein Fünftel größer als die der Atomkraftwerke. Die erzeugten
135 Milliarden Kilowattstunden (kWh) Strom, mehr als dreimal so viel wie
die Windräder. Windenergie-Erzeugungsanlagen produzierten im
vergangenen Jahr 38 Milliarden kWh, die Stromerzeugung aus allen
erneuerbaren Energiequellen summiert sich auf 93 Milliarden kWh.
Das
waren 15,6 Prozent der Stromerzeugung. Trotz des Zubaus neuer
Windanlagen konnte die Branche damit 2009 nicht mehr Wind ernten. Das
Wetter spielte nicht mit, die Flauten im ersten Quartal und im August
konnten nicht mehr ausgeglichen werden. Es kam aber auch vor, dass der
Wind an verbrauchsarmen Tagen stark bläst und der Strom ins Ausland „zu
negativen Preisen“ verkauft wird, weil im Inland niemand das Überangebot
wollte.
Die Branche rechnet mit weiter steigenden Zahlen
Aus
drei Gründen rechnet die Branche mit weiter steigenden Zahlen: Zum
einen werden jetzt auch in Ländern wie Bayern, Baden-Württemberg und
Nordrhein-Westfalen, die der Windenergie bislang mit Zurückhaltung
begegneten, neue Gebiete für Windräder ausgewiesen. Zum zweiten werden
alte, kleine Anlagen durch größere ersetzt. Fachleute sprechen vom
„repowering“.
Der dritte Grund: In Nord- und Ostsee sollen große
Windfarmen entstehen, die den dort stärker wehenden Wind ernten und
kohlendioxidfrei in das Netz einspeisen. Damit sich das lohnt, bekommen
die Betreiber 9,2 Cent je eingespeister Kilowattstunde Strom
zugesichert. Der Netzbetreiber muss den Strom bevorzugt übernehmen.
Wegen der höheren Kosten im Offshore-Bereich beträgt die
Einspeisegebühr dort 15 Cent je kWh. Doch drehen sich vor der deutschen
Küste erst wenige Windräder, dafür aber in einer Höhe, die dem Kölner
Dom Konkurrenz macht. Ein Testfeld mit 12 Windrädern ist seit dem
Frühjahr am Netz. 17 Parks in Nord- und Ostsee sind genehmigt, 15
Milliarden Euro Investitionen verspricht sich der Umweltminister davon.
Doch noch zögern die Investoren und fragen nach staatlichen
Bürgschaften. (ami.)
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: dpa, F.A.Z.
Quelle:Faz.net
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