Eintrag in unserem Firmenverzeichnis

+ 11.01.2011 + E.ON Mitte erhöht Strompreis
Für hunderttausende Hessen wird der Strom teurer. Der Energieversorger E.ON Mitte kündigte zum Mai eine Preiserhöhung an.

Begründung: der Ausbau der erneuerbaren Energien. Ob das gerechtfertigt ist, bezweifeln Kritiker.

Ab dem 1. Mai steigen die Strompreise um 3,5 Prozent, wie E.ON Mitte mit Sitz in Kassel am Montag mitteilte. Für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden bedeute das jährliche Mehrkosten von 30 Euro.

"Klimaschutz hat seinen Preis"

Betroffen sind hunderttausende Haushalte in Nord- und Mittelhessen, sowie in Niedersachsen, Ostwestfalen und dem Westen von Thüringen. Als Begründung für die Preiserhöhungen nannte das Unternehmen steigende Ausgaben für den Ausbau der erneuerbaren Energien. "Ein verstärkter Klimaschutz hat auch seinen Preis", erklärte Geschäftsführer Ulrich Fischer.

Insgesamt handele es sich sogar um eine moderate Preiserhöhung. Fischer betonte, sein Unternehmen habe in anderen Bereichen Kosten gesenkt, deshalb sei die Erhöhung geringer ausgefallen, als es wegen der gestiegenen Kosten durch erneuerbare Energien notwendig gewesen wäre.

Kritiker sehen Begründung nur als Vorwand

Wie E.ON Mitte erhöhen in diesem Jahr mehr als die Hälfte der rund 900 Stromversorger in Deutschland ihre Preise, wie das Verbraucherportal Verivox Ende 2010 berichtet hatte. Die Mehrzahl der Unternehmen begründet die Preiserhöhung mit dem Anstieg der Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien von 1,5 auf 3,5 Cent je Kilowattstunde.

Kritiker halten diese Begründung allerdings nicht für gerechtfertigt - so die Bundesnetzagentur. Präsident Matthias Kurt wies bereits vor Wochen darauf hin, dass immer mehr Strom aus erneuerbaren Energien sich dämpfend auf die Großhandelspreise für Strom auswirkten, "da sie sukzessive teure Kraftwerke aus dem Markt verdrängen". Das Verbraucherportal Verivox hatte zudem unter Berufung auf Daten des Statistischen Bundesamtes vorgerechnet, dass von Oktober 2008 bis Oktober 2010 Strom im Einkauf für die Unternehmen um rund 20 Prozent billiger geworden sei.

Auch die Grünen-Bundestagsfraktion hatte Ende des Jahres die angekündigten Strompreis-Erhöhungen scharf kritisiert. Sie war mithilfe einer Studie zum Ergebnis gekommen, dass die erhöhte Öko-Umlage für die Stromversorger häufig nur ein Vorwand sei, um ihre Gewinne zu steigern.
 
< zurück   weiter >