Wasserkraft wurde schon in vorindustrieller Zeit zum Antrieb von Mühlen und
Hammerwerken genutzt. Die Nutzung der Wasserkraft leistet derzeit unter den
erneuerbaren Energien mit rd. 4 % den zweit größten Beitrag zur Deckung des
Strombedarfs nach der Nutzung von Biomasse. Die Stromerzeugung ist
emissionsfrei.Wasserkraftwerke unterscheiden sich im wesentlichen durch drei
verschiedene Bauarten: Laufwasser-, Speicher- Pumpspeicher
und Kleinwasserkraftwerke.
Kleinwasserkraftwerke
Es besteht ein gewisses Ausbaupotenzial bei Kleinwasserkraftanlagen, insbesondere durch die Modernisierung und
Reaktivierung bestehender Anlagen oder durch vereinzelten Neubau an bestehenden Querbauwerken, die aufgrund des
Erneuerbaren- Energien- Gesetz (EEG) wieder wirtschaftlich tragfähig werden. Dabei ist den Anliegen des Naturschutzes
und der Gewässerökologie Rechnung zu tragen. Die Anlagen werden sowohl im Inselbetrieb als auch netzgekoppelt
eingesetzt. Technisch handelt es sich hier ebenfalls um Speicher- oder Laufwasserkraftwerke, die aufgrund kleinerer
Fallhöhen und Wassermengen aber nur geringere Leistungen liefern.
Für den Neubau von neuen Kleinwasserkraftanlagen im Leistungsbereich zwischen 100 und 1.000 kW sind typische
spezifische Investitionskosten von 4.000 bis 6.000 €/kW anzusetzen. Die Stromgestehungskosten liegen bei einer
typischen Auslastung von 3.000 bis 5.000 Volllaststunden pro Jahr zwischen 10 und 23 Cent/kWh. Die Kosten für den
Bau von Wasserkraftanlagen sind grundsätzlich an die Höhe der der installierten Leistung gebunden, aber auch abhängig
von der Fallhöhe, von den weiteren Standortbedingungen und insbesondere von den notwendigen ökologischen
Maßnahmen.
Speicherkraftwerke
Speicherkraftwerke nutzen das hohe Gefälle und die Speicherkapazität von Talsperren und Bergseen zur
Stromerzeugung. Beim Talsperren-Kraftwerk befinden sich die Turbinen am Fuß der Staumauer. Beim
Bergspeicherkraftwerk wird ein in der Höhe liegender See über Druckrohrleitungen mit der im Tal liegenden
Kraftwerksanlage verbunden. Speicherkraftwerke können sowohl zur Deckung der elektrischen Grundlast als auch
im Spitzenlastbetrieb eingesetzt werden. Pumpspeicherkraftwerke werden nicht durch natürliche Wasservorkommen,
sondern durch aus dem Tal gepumptes Wasser aufgefüllt. Damit wird in Schwachlastzeiten erzeugter elektrischer Strom
als potenzielle Energie des Wassers zwischengespeichert und kann in Spitzenlastzeiten wieder über eine Turbine
abgerufen werden.
Laufwasserkraftwerke
Laufwasserkraftwerke nutzen die Strömung eines Flusses oder Kanals zur Stromerzeugung. Charakteristisch ist eine
niedrige Fallhöhe bei relativ großer, oft jahreszeitlich mehr oder weniger stark schwankender Wassermenge. Die Anlagen
werden aus wirtschaftlichen Gründen oft in Verbindung mit Schleusen gebaut.
Sehen Sie hier ein Video über Wasserkraft
Quelle: www.unendlich-viel-energie.de
Potenziale
Die größten Potenziale zur Nutzung der Wasserkraft liegen in den südlichen Bundesländern, da hier der Voralpenraum für
ein günstiges Gefälle sorgt. Die wesentlichen Potenziale der Wasserkraft liegen im Ersatz, in der Modernisierung und
Reaktivierung vorhandener Anlagen sowie im Neubau an bestehenden Querbauwerken. Dabei müssen alle
Umweltanliegen ausgewogen berücksichtigt werden. Eine Leistungssteigerung verbunden mit der Verbesserung der
gewässerökologischen Situation ist dabei das Ziel der Bundesregierung.